CSD Soest (28.Juni 2025)
Dieses Jahr veranstaltete die Stadt Soest ihren ersten CSD und laut Wetterbericht sollte es ein sonniger Tag werden. Und da der letzte in Gelsenkirchen ja eher ein Reinfall war, hatte ich Nachholbedarf. Mein Outfit dem in Gelsenkirchen nicht ganz unähnlich, schließlich war es noch weitgehend unverbraucht.😉
Mein Frau und ich kamen um kurz vor 15 Uhr in Soest an und fanden direkt gegenüber der Stadthalle, wo der Demonstrationszug starten sollte, einen extrem günstigen Parkplatz: Für den ganzen Tag kostete das Parken nur einen Euro. Als Dortmunderin ist man solche Preise nicht gewohnt. 🤑
Mit unserer Hündin Yuna an der Leine gesellten wir uns zu den anderen Teilnehmern auf dem Vorplatz vor der Stadthalle. Die Veranstalter hielten noch eine kurze Motivationsrede, da ging es auch schon los.
Nach einem gemütlichen Fußmarsch durch die hübsche Soester Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern erreichten wir schließlich den Petrikirchhof vor dem Rathaus, der bereits voller Leute war. Es gab einige Reden, unter anderem von der Vizebürgermeisterin, die sich dazu bekannte, queer zu sein. Anschließend sang eine junge Frau mit Gitarre auf der kleinen Bühne. Infostände gab es keine, aber ein paar Leute mit Bauchläden verteilten Festivalbändchen gegen eine kleine Spende. Diese berechtigten auch zum Besuch der Party am Abend. Doch die kam für uns nicht in Frage, da wir ja den Hund dabei hatten.
Meine Frau musste pinkeln und sich außerdem mal hinsetzen, daher suchten wir die Eisdiele Venezia am Markt auf, um uns bei einem kalten Eis ein wenig zu entspannen. Auf dem Rückweg zum Ort der Kundgebung trafen wir auf einen älteren Herrn, der uns fragte, wo denn der CSD sei. Wir erklärten ihm, dass es direkt vor dem Rathaus statt fände. Doch wir saßen wohl länger in der Eisdiele als gedacht, denn als wir zurück zum Rathaus kamen, war alles vorbei und niemand mehr da. Selbst die Bühne war bereits teilweise abgebaut. Und ein Festivalbändchen hatte ich immer noch nicht.
Wir machten uns auf den Weg zu unserem Auto und trafen erneut auf den älteren Mann, der uns erneut nach dem CSD fragte. Wir erklärten ihm, dass die Veranstaltung an sich scheinbar vorbei sei und dass es später am Schlachthof noch eine Party geben sollte. Er erzählte uns, er sei extra aus Paderborn mit dem Fahrrad gekommen, aber anscheinend zu spät.
Wir gingen weiter und erreichten unseren günstigen Parkplatz gegenüber der Stadthalle. Direkt daneben befand sich der Schlachthof und davor standen mehrere Leute Schlange. Nach einer kurzen Lageerkundung war klar, dass es dort die Festivalbändchen gab.
Meine Frau war ein wenig erschöpft, meinte aber, ich könne ja alleine dorthin. Momentan war die Schlange noch recht lang, also wartete ich noch wenig im Schatten, bevor ich hinüber ging. Der Mann an der Kasse am Eingang sagte, ich solle ihm geben was ich will. Ich bot ihm grinsend ein Küsschen an, doch er zog Bargeld vor. Gegen eine kleine Spende bekam ich endlich meine ersehnte Trophäe fürs Handgelenk und sah mich ein wenig um.
Hier waren auch die versprochenen CSD-typischen Infostände der lokalen Organisationen, welche die üblichen Broschüren, Aufkleber und andere Dinge verteilten.
Ein Typ in einem weißen Hemd mit bunten Powerpuff Girls darauf quatschte mich aus heiterem Himmel an und sagte, er mag meine Strumpfhose. Ich bedanke mich brav für das Kompliment. Kurz darauf fielen im noch mehr Details an meinem Outfit auf und er kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Er fand alles toll an mir.
Wir kamen ins Gespräch. Seinen Namen habe ich leider vergessen, aber er stand total auf die Powerpuff Girls, kam aus Unna und war mit zwei Bekannten unterwegs. Einer von den beiden gab sich als Parteimitglied der Linken aus Wickede zu erkennen. Vermutlich waren alle schwul, aber mein Powerpuff-Boy war stockschwul und supernett. Letztes Jahr war er beim CSD in Dortmund und danach im Burgtotclub an der Bar. Genau wie ich. Vielleicht sind wir uns sogar begegnet, aber erinnern konnten wir beide uns nicht. Das wundert mich nicht, denn es war ein wilder Abend. Wir haben uns direkt zum nächsten CSD in Dortmund verabredet. Er versprach sogar, dasselbe Hemd zu trage, damit ich ihn leichter wiedererkenne.
Ich wäre gerne noch geblieben, bekam aber allmählich ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Frau so lange auf dem Parkplatz warten ließ. Daher verabschiedete ich mich und ging zurück zum Auto. Wir fuhren nach Hause und ich zog mir ein paar weniger auffällige Sachen an.
Gegen neun Uhr abends fuhren wir mit unserem Kind und seinem Freund zu unserer Stammpizzeria "Bella Mia" essen. Das Personal hat dort kürzlich gewechselt hatte, daher glaube ich nicht, dass mich jemand erkannt hat. Weil es so ein schöner warmer Sommerabend war, fuhren wir danach zum Umschlagplatz am Dortmunder Hafen für den einen oder anderen Drink. Rabea schrieb per WhatsApp, dass sie zu Dortmund XXL im FZW wollte. Auf dieser Party wird zu Anfang um 22 Uhr Musik aus den 70er Jahren gespielt. Jede Stunde wird dann ein Jahrzehnt weiter gezählt. Ich entschied mich spontan dazu, ihr dort Gesellschaft zu leisten. Meine Frau brachte mich dorthin bevor sie mit den Kindern nach Hause fuhr.
Im FZW hatte ich eine gute Zeit mit Rabea. Die 70er habe ich zwar verpasst, aber wir haben viel zur Musik der 80er, 90er und 200er Jahre getanzt, obwohl es echt warm war. Die 2010er haben wir ausgelassen und sind stattdessen um kurz vor zwei Uhr morgens zum Burgtorclub gelaufen. Dies wurde dann mein 41. Besuch im Burgtorclub.
weiter mit CSD Köln (6. Juli 2025)