Mina K.
Zwischen zwei Welten

50 Besuche im Burgtorclub

Ein Epilog

Genau 50 mal war ich nun innerhalb von zwei Jahren und 18 Tagen im Burgtorclub. In der Zeit habe ich viel erlebt. Ich habe neue Freunde gefunden. Ich bin offener und mutiger geworden. In meinem Leben hat sich einiges geändert. Insgesamt bin ich glücklicher und gelassener als früher. Und all dies nur, weil der Burgtorclub mir dabei geholfen hat, meine Scheu über Bord zu werfen und so in die Welt hinauszugehen, wie ich bin.

Der Weg dorthin war lang und steinig. Ich erinnere mich nur zu gut an meine eigenen Unsicherheiten, als Mina vor vielen Jahren erstmals schüchtern und verängstigt in die Öffentlichkeit trat. Vieles hat sich seitdem verändert, nicht nur in der Welt, auch in mir. Und heute erkenne ich, dass viele dieser Unsicherheiten völlig überflüssig waren und mich in meiner Entwicklung nur gehemmt haben.

Vielleicht habe ich auch deshalb vor über 25 Jahren damit angefangen, meine Geschichten und Erlebnisse aufzuschreiben. Das Schreiben half mir dabei, meine Gedanken zu ordnen und die Erlebnisse zu verarbeiten. Es war, wie mit jemandem darüber reden zu können, denn gleichgesinnte Gesprächspartner hatte ich zu der Zeit noch keine. Zwar konnte ich über die Jahre mithilfe von Social Media ein paar Online-Kontakte zum Austausch von Gedanken knüpfen, doch das ist nicht das gleiche. Chats und E-Mails können ein echtes Gespräch nicht ersetzen.

In mir reifte die Entscheidung, meine Tagebücher zu veröffentlichen, damit andere davon profitieren konnten. Das Feedback, das ich im Laufe der Zeit bekommen habe, war durchweg positiv und hat mich darin bestärkt, weiter zu machen. Meine Geschichten sollten zeigen, dass es nicht schlimm ist, die eigene Identität zu hinterfragen, sich auszuprobieren und in die Öffentlichkeit zu treten. Es gibt keinen Grund gibt, irgendetwas zu verstecken. Die meisten Menschen sind tolerant und unterstützen das. Hater sind glücklicherweise in der Unterzahl. Aber erst die persönlichen Begegnungen und Gespräche haben mir dabei geholfen, das zu erkennen, und schließlich den Durchbruch gebracht, der letztendlich zu meinem Coming-out geführt hat. Ohne den Burgtorclub, hätte es diese Begegnungen und Gespräche nicht gegeben.

Daher geht mein Dank an dieser Stelle an Anja, Anke, Ashley, Brigitte, Christian (2x), Christel, Claudia, Conny, Dierk, Dirk, Efe, Elodie, George, Helge, Jacqueline, Jane, Jens, Katie, Ira, Lilith, Lisa, Mandy, Mareike, Mary, Maryon, Mia, Norma, Pavlos, Rabea, Radwan, Ray, Sascha, Sissy, Sophie, Stefan, Steffi, Sylvia, Tatjana, Ulla und Ulrike.♥️

Wenn jedoch aus anfänglicher Leidenschaft irgendwann Verpflichtung wird, ist es Zeit darüber nachzudenken, wie es weiter geht. Was als Tagebuch und Erfahrungsbricht meiner "Frauwerdung" anfing, hat sich im Laufe der Zeit fast zu einer Daily Soap mit mehreren Hauptrollen entwickelt, mit dem Unterschied, dass neue Folgen nicht täglich, sondern im Schnitt alle zwei Wochen erscheinen.

Da die Geschichten aber immer persönlicher werden und längst nicht mehr nur mich betreffen, habe ich mich dazu entschlossen, meine Erlebnisberichte aus dem Burgtorclub nicht weiter fortzusetzen. Wer wissen möchte, wie es dort weiter geht, ist herzlich eingeladen, selbst einmal in dorthin zu kommen.😁

Aber keine Sorge, meine kleine Webseite ist damit nicht tot. Andere Erlebnisberichte wird es voraussichtlich weiterhin geben, sofern ich etwas für erzählenswert genug halte.


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