Mina K.
Zwischen zwei Welten

Erster Besuch im Burgtorclub

23. September 2023

Meiner Tochter übernachtete bei eine Freundin, um in deren Geburtstag hinein zu feiern. Grund genug, Mina mal wieder von der Leine zu lassen.

Meine Frau machte den Vorschlag, mal den Burgtorclub in Dortmund auszuprobieren. Das ist der LGBTQ+-Szene-Club in Dortmund schlechthin. Ich war allerdings ich noch nie dort. Natürlich war ich sofort Feuer und Flamme, aber auch gleichermaßen aufgeregt.

Selbstverständlich wollte ich zu dem Anlass möglichst gut aussehen. Daher war eine Ganzkörperrasur unbedingt erforderlich. Außerdem durfte mein Outfit durchaus ein wenig extravaganter sein als das, was ich sonst für einen Shoppingtrip anziehe.

Ich entschied mich für mein asymmetrisches schwarzes Minikleid, das mit unzähligen silbernen Pailletten bedeckt war. Links hatte es einen langen Ärmel und rechts war es komplett schulterfrei und ärmellos.Das Kleid war recht figurbetont geschnitten, daher zog ich darunter eine Polsterhose an, um mir rundere Hüften und einen pralleren Hintern zu verpassen. Mein Penis verschwand wie üblich in einem Caché-Sex und als BH wählte ich ein Modell, bei dem ich die normalen schwarzen Träger  durch transparente Träger aus Kunststoff ersetzen konnte um die schulterfreie Optik nicht zu stören.

Eine schwarze 15-DEN-Strumpfhose und meine Lieblings-High-Heels mit Blockabsatz komplettierten mein Outfit für den Abend. Für den Fall, dass es kalt wurde, zog ich noch ein schwarzes Bolero-Jäckchen mit Fransen darüber.

Meine Frau drehte mir mit einem runden Glätteisen noch ein paar zusätzliche Locken in mein Haar bevor ich mich schminkte. Weil mein Outfit komplett schwarz/silber war, wollte ich wenigstens hier ein paar Farbakzente setzen. Meine Fußnägel hatte ich bereits am Vorabend pink lackiert. Somit stand die Farbe für meine Fingernägel schon fest. Passend dazu trug ich meinen pinkfarbenen Lippenstift auf und schminkte auch meine Augenpartie entsprechend.

Gegen 22 Uhr fuhren wir los. Ich hatte mir noch meine schwarze Lederjacke angezogen und meine Handtasche gepackt. Weil die Informationen auf der Webseite des Clubs ein wenig veraltet waren, waren wir unsicher, ober er überhaupt noch existierte und geöffnet hatte und fuhren daher erst einmal daran vorbei. Die Tür stand offen und davor standen einige Leute. Wir fanden einen Parkplatz ganz in der Nähe und ich musste ein paar Mal tief durchatmen, bevor ich ausstieg. Wir immer vor einem öffentlichen Auftritt war ich extrem aufgeregt.

Meine Frau bot an, wieder nach Hause zu fahren, doch ich wollte das jetzt durchziehen und stieg aus dem Wagen. Es waren nur wenige Meter zu laufen und mir schlug das Herz bis zum Hals. Doch als wir den Club betraten, legte sich meine Anspannung. Die Bardame (Mia) hatte ein sexy Dekolleté, war aber auch "nur" ein Kerl wie ich, der Frauenkleidung trug (und einen Silikonbrusttorso). Die meisten anderen Gäste wirkten dagegen eher "normal". Es gab mehrere männliche Borussen-Fans (der BVB hatte an diesem Abend ein Heimspiel gegen Wolfsburg gewonnen) und vielleicht zwei oder drei Cis-Frauen. Alle waren eher gewöhnlich gekleidet und ich kam mir leicht overdressed vor.

Wir setzen uns auf die Barhocker an einem der der freien Stehtische in einer Ecke des Clubs. Weil ich noch zu aufgeregt war, übernahm meine Frau netterweise die erste Getränkebestellung an der Bar. Als Fahrer trank sie nur Mineralwasser. Doch ich brauchte einen Rum-Cola um mich zu beruhigen. Weil der erste so schnell leer war, wollte ich rasch einen zweiten. Die Atmosphäre im Club war eigentlich recht angenehm und ich hatte genug Mut gesammelt, um diesmal selbst an die Bar zu gehen.

Vom Personal wurde ich allerdings nicht sofort bemerkt und ein weiblicher Gast bot mir sofort Schützenhilfe an und sprach die Bedienung für mich an. Ich bedanke mich und gab meine Bestellung auf.

Die nette junge Frau gesellte sich kurz darauf an unseren Tisch und stellte sich als Denise vor. Wir unterhielten uns ein Weile und ich taute mehr und mehr auf. Ich fühlte mich akzeptiert wie schon lange nicht mehr und es war wie Balsam für meine Seele.

Später lernte wir noch Gerd und seine Affäre Andrea kennen. Beide waren über 50, betrunken (Andrea noch mehr als Gerd) und trugen Fußballtrikots. Sie kamen gerade vom Fußballspiel. Nach einem kurzen Gespräch erfuhren meine Frau und ich nahezu alle Geheimnisse der Beiden sowie die Hintergründe und noch ein paar pikante Details der Affäre.

Aus irgendeinem Grund verstanden wir uns ausgesprochen gut und besonders Gerd hatte einen Narren an mir gefressen, zum einen weil ich seine Situation sehr gut nachvollziehen und perfekt beschreiben konnte. Und zum anderen, weil er mir mehrere Komplimente machte und meinen Mut lobte, so in der Öffentlichkeit aufzutreten. Er konnte es kaum glauben, als ich ihm erzählte, dass ich zum ersten Mal hier war.

Zwischendurch fragte ich ihn ganz direkt, was einen Kerl wie ihn dazu bringt, einen Club wie diesen aufzusuchen. Er erklärte, dass ihm die nette und entspannte Atmosphäre gefiele. Aber dann gab er auch zu, eine gewisse Affinität zu haben, ohne nähre ins Detail zu gehen.

Nachdem Gerd und Andrea gegangen warten, gesellte sich noch ein anderer Typ an unseren Tisch und lallte uns voll. Er war sehr betrunken und nur schwer zu verstehen. Aber ich konnte heraushören, dass er mich wohl attraktiv fand.

Im Laufe des Abend zog ich nicht nur meine Lederjacke aus, sondern auch mein Bolero-Jäckchen. Ich bemerkte durchaus den einen oder anderen Blick, denn eigentlich sah ich in dem kurzen engen Kleid auf meine eigene Art recht sexy aus. Vielleicht nicht so perfekt im Gesicht, aber meine Figur und meine langen schlanken Beine konnten sich sehen lassen.

Zweimal machten meine Frau und ich an diesem Abend die winzig kleine , leicht erhöhte Tanzfläche unsicher, die sonst vermutlich eher als Bühne für Solokünstler diente. Ein Typ im weißen Hemd, der auch schon ordentlich einen über den Durst getrunken hatte, rempelte uns ein paar Mal versehentlich an, doch wir fanden ihn einfach nur witzig und ein wenig peinlich. Später gab es noch weitere Begegnungen mit ihm, wenn er durch den Club torkelte und beinah hinfiel. Mehr als einmal fing ich ihn auf.

Ich war nicht der einzige Crossdresser dort. Neben der Bardame Mia, die von Anfang an hinter der Theke stand und einen Silikon-Brusttorso mit eindrucksvollem Dekolleté trug, betrat später am Abend noch eine hochgewachsene Blondine den Club, die ganz auf künstliche Brüste verzichtete. Wir wechselten kurz ein paar Worte.

Gegen vier Uhr morgens wollte meine Frau gerne nach Hause. Während sie an die Bar ging, um unsere Rechnung zu bezahlen (ich hatte insgesamt 11 Rum-Cola 🥳), begab ich mich noch ein letztes Mal auf die Tanzfläche, wo ich erneut auf den Typen im weißen Hemd traf. Genaugenommen traf er auf mich und ich fing ihn ein weiteres Mal auf.😂

Insgesamt waren wir über fünf Stunden lang dort und ich wäre sogar noch länger geblieben, so wohl habe ich mich dort gefühlt. Es gab keine skeptischen Blicke und ich wurde von allen Anwesenden so akzeptiert, wie ich bin. Wenn ich es darauf angelegt hätte, hätte ich an diesem Abend möglicherweise einen Typen abschleppen können.

Das war sicher nicht mein letzter Besuch im Burgtorclub.


weiter mit Zweiter Besuch im Burgtorclub (14. Oktober 2023)


zurück nach obennach oben